Speak up

Speak Up -say what needs to be said and hear what needs to be heard.

(by Megan Reitz und John Higgins)

Sprechen und Schweigen können selbst grosse Konzerne ins Stolpern bringen. So das letzte Mal geschehen bei Volkswagen. Viele wußten von den Betrügereien um die Abgaswerte und haben geschwiegen. Ein einziger Mitarbeiter hat letztendlich den Stein ins Rollen gebracht. „Wie kann denn sowas geschehen?“ fragt sich jeder automatisch. Und doch passiert es immer wieder – im Grossen wie im Kleinen.

Wann haben Sie das letzte Mal geschwiegen, wo Sie hätten sprechen sollen? Wo haben Sie das letzte Mal weggehört, wo sie hätten hinhören sollen?

Megan Reitz und John Higgis widmen diesem Themenkomplex ihr Buch „Speak Up“. Megan Reitz und John Higgins versprechen nicht die Lösung des Problems. Sie präsentieren aber eine aufschlussreiche Studie über das Zusammenspiel von Sprechen, Gehört-werden, Zuhören und Macht. Aufbauend auf ihren Recherchen beschreiben die Autoren glaubhaft, wie konsequent wir unseren eigenen Mut zu sprechen überschätzen. Noch stärker überschätzen wir aber unsere Fähigkeit, zuzuhören.

So erinnern uns due Autoren dann auch an die vernachlässigte Dimension des Dialoges: Das Zuhören. Denn mit dem Sprechen noch nicht getan – das Zuhören ist genauso essential. Wie viele Mitarbeiter von VW haben wohl etwas gesagt, wurden aber nicht gehört? Die Autoren vermögen überzeugend zu vermitteln, wie Sprechen und Zuhören sozial geprägt sind. Background, Alter, Geschlecht, Titel und andere Faktoren haben einen entschiedenen Einfluss darauf, wer wie „laut“ spricht und wer gehört wird.

Der Einbezug der sozialen Dimension des Zuhören/Sprechens ist erhellend. Oft wird Kommunikation im luftleeren Raum analysiert, und damit die Illusion vermittelt, dass Kommunikation eine mechanischer Prozess des Austausches ist. Damit wird eine Realität verschleiert, in der Dialog und Kommunikation eher eine Begegnung ist, in der Bedeutungen und Perspektiven verhandelt werden.

Aufbauend auf Ihrer Arbeit schlagen die Autoren das Modell TRUTH vor, anhand dem Interessierte Ihre eigenen Dialog-Gewohnheiten überprüfen kann.

T: Trust:                     Beschreibt, wann und warum wir unseren eigenen Meinungen und der Meinung anderer vertrauen.
R: Risk:                      Beschreibt wann und unter welchen Umständen sich Sprechen (zu) risikoreich anfühlt.
U: Understanding:   Beschreibt, wie unser relatives politisches Gewicht beeinflusst, was wir hören, was andere zu uns sagen,  was wir sagen und wen wir hören.
T: Titles:                     Beschreibt wie Titel und andere soziale „Labels“ unsere Filter beeinflussen und damit entscheiden was   (oder wer) gehört wird und wer eben nicht.
H: How to:                Wie wir sprechen und zuhören können, damit aufmerksamere, ehrlichere und authentischere Gespräche geführt werden.

Wenn Sie als Führungskraft also wollen, dass man Ihnen neue Ideen, Gefahren, Geschäftspraktiken oder verdächtige Geschehnisse erzählt, wenn Sie wollen, dass Ihre Mitarbeiter sich trauen, zu sagen was Ihnen durch den Kopf geht, dann gibt das Buch wertvolle Methoden, die eigenen Zuhör- Gewohnheiten zu überprüfen.

Ein sehr inspirierendes, relevantes Buch für alle, die sich Gehör verschaffen möchten – oder die sich wundern, was Ihre Mitarbeiter „wirklich“ denken.

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